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Screening von „The Best Thing You Can Do With Your Life“

November 5, 2021 @ 7:00 pm - 8:00 pm

Das Screening mit Juno Meinecke muss leider Krankheitsbedingt verschoben werden. Trotzdem wird es eine inhaltliche Auseinandersetzung mit Radiator geben und insofern auch eine thematische Auseinandersetzung mit Stefans Arbeiten. Daher wird das Programm heute Abend aus der Lesung von zwei Kurzgeschichten von Carina Heidl und Tobias Muno und einem Screening bestehen.

Glücklicherweise konnte ich Zita Erffa erreichen, die sich zur Zeit in Griechenland auf einer Recherchereise befindet und habe die Erlaubnis bekommen, ihren Film zeigen zu dürfen der wie folgt von ihr beschrieben wird:

Als mein jüngerer Bruder nach der Schule in den Orden der Legionäre Christi eintritt, verschwindet er aus unserem Leben. Nur einmal im Jahr dürfen wir ihn besuchen.
Seine Vorgesetzten dürfen sogar unsere Briefe an ihn lesen. Ich hasse sie. Als Kinder fuhren wir mit dem Orden aufs Sommercamp. Diese Woche war die tollste Zeit des Jahres. Aber die Legionäre fanden wir merkwürdig, fast sektenartig. Warum hat mein Bruder ausgerechnet sie zu seiner neuen Familie gemacht? Acht Jahre vergehen, ehe ich in sein Kloster in Connecticut reise.
Und plötzlich bin ich da, umgeben von achtzig Männern in merk- würdiger Kleidung. Ich schaue mir ihr Leben an – wie sie beten, essen, beten, unterrichtet werden, beten. Und ich finde meinen Bruder wieder – endlich.

Juno Meinecke lädt uns in ihrem aktuellen Film auf ein Bewegtsein im Bewegten, auf eine Reise in der Reise ein. In ihrem Film folgen wir der Protagonistin auf ihrer Irrfahrt durch den Bauch der MS Deutschland. Die schlafwandlerischen Begegnungen und Dialoge berichten von der Unmöglichkeit den Traum einer wirklichen Begegnung einzulösen. Die Regisseurin bringt mit ihrem Film „Eine sehr lange Reise“ die Melancholie einer großen Suche zurück und schafft es, dieses besetzte Thema neu auszustaffieren. Im Somnambulismus verhandelt sie nicht die Verheißung einer inneren Nähe, sondern unterstreicht, dass wir zuletzt in den Träumen immer allein sind. Zudem klingt eine Medienkritik in ihrem Film an, handelt es sich bei der MS Deutschland doch um das Ausgediente „Traumschiff“. Das Sujet ihres Films ist insofern auch eine Republik, die vor den Fernseher in einem Medialen Dämmerschlaf gehalten wird, um den Fragen nach Sexismus, Rassismus und Klassismus nicht begegnen zu müssen.

 

 

 

Details

Datum:
November 5, 2021
Zeit:
7:00 pm - 8:00 pm
Veranstaltungskategorie:

Veranstalter

Radiator
Telefon:
015733287634

Veranstaltungsort

Späti
Jakobstraße 42
chemnitz, Sachsen 09130
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Telefon:
01573 5428699